Girls just wanna have… FUNDS?! Part 1

Sie haben zwei Möglichkeiten, wie Sie Vermögen aufbauen: Reich heiraten oder erben!

Diesen Ratschlag habe ich in meinen späten 20ern vom Vorstand einer renommierten österreichischen Privatbank erhalten. Mit Erstaunen musste er feststellen, dass sich mein Depot jährlich vergrößerte – ohne Heirat, ohne Erbe. Mittlerweile bin ich nicht mehr Kundin, habe mein Depot aufgelöst, investiere und verwalte meine Ersparnisse, Erträge und Einkünfte zum größten Teil selbst.

#moneyleadership ist mir ein ehrliches, wichtiges Anliegen. Grundsätzlich. Aber insbesondere für Frauen. Ich werde euch in Teil 2 der Beitrags-Serie Einblicke in meine Geldbiografie geben. Beginnen möchte ich mit einer Geschichte aus dem letzten Jahr. Sie hat mir gezeigt, worauf zahlreiche Statistiken hinweisen:

Geld ist für (zu!) viele Frauen tatsächlich ein Tabu-Thema und mit Unsicherheit verbunden.

Im letzten Jahr habe ich monatlich zwei bis drei Einladungen zu „Peer Groups“ und „Inner Circles“ zu den Themen Investieren, Börse, Aktien, Bitcoin, Kryptowährungen etc. erhalten. Bald fiel mir auf, dass ich in den meisten Gruppen die einzige Frau bin. Für mich ist das völlig in Ordnung, ich bin es gewohnt in Männerdomänen oder vorwiegend mit Männern zusammen zu arbeiten. Dennoch, eine Stimme in mir rief laut: „Das kann’s doch nicht sein!“ Ebenfalls letztes Jahr, zu einer Zeit, als die Fitnessstudios noch offen hatten, steppte und schwitzte Alex auf dem Crosstrainer neben mir. Er erzählte mir von einem Brettspiel, das er entwickelt hat und das nun digitalisiert wird. Spielerisch Finanzverständnis aufbauen! Das fand ich spannend. Wenige Wochen später verbrachte ich einen unterhaltsamen Abend mit fünf anderen Personen (Männern!) und lernte durch das Spiel nochmal einiges über mich, mein Risikoverhalten, das Investieren in unterschiedliche Assetklassen und historische Zusammenhänge. Ich wollte einen digitalen Spieleabend nur für Frauen organisieren! Fünf Frauen aus meinem Netzwerk dafür zu begeistern, damals, als wir unsere Tage vorwiegend zuhause verbrachten und viel Zeit hatten, stellte ich mir einfach vor! Nebenbemerkung: die Teilnahme ist kostenlos und man spielt mit fiktivem Geld. Dann folgte die Ernüchterung und ich musste jene Aussagen auf meinem Handydisplay lesen, an die ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht so recht glauben wollte:

„Das Thema interessiert mich nicht.“

„Nein danke, ist nicht so meins.“

„Darum kümmert sich XY.“ (Der Partner!)

„Du, damit kenn ich mich gar nicht aus.“

„Klingt interessant. Vielleicht beim nächsten Mal.“

„Danke für die Einladung, aber das ist nichts für mich.“

All das von Frauen, deren Business im letzten Jahr gelitten hat oder die sich ohnehin neu orientieren und ausrichten wollten. Doch auch das habe ich zu akzeptieren gelernt: Selbstinszenierung auf Insta & Co, möglichst viele Likes und Follower sichern scheinbar besser die Existenz?! An dieser Stelle Chapeau und DANKE an zwei meiner besten Freundinnen, die der Einladung gefolgt und ins kalte Wasser gesprungen sind. Ihre finanzielle Ausrichtung hat sich seitdem um 180° geändert. Good to have you around, Millionaire Sisters 😉

Geld ist ein großes Thema.
Geld ist ein persönliches Thema.
Geld ist ein emotionales Thema.

Unsere Beziehung zu Geld ist in unseren Biografien verankert, von unbewussten Glaubenssätzen, Projektionen und Beobachtungen aus der Kindheit geprägt. Wenn deine Eltern beispielsweise gesagt haben, dass Geld nur das schlechte im Menschen hervorbringt oder dass man über Leichen gehen muss, wenn man reich werden will, hat dich das wohl unterbewusst geprägt.

„Was ist Geld für dich?“ Diese Frage stellte uns Peter König in seinem „Geldseminar“. Ich hatte vor vielen Jahren die einmalige Chance daran teilzunehmen. Im Seminar habe ich namhafte KünstlerInnen, einige der erfolgreichsten österreichischen Unternehmerinnen und vermögende Ehefrauen kennen gelernt. Selten habe ich in einem Seminar solch tiefe Emotionen beobachtet, wie in diesem. In der persönlichen Auseinandersetzung kamen Vorurteile, Verurteilungen, Gefühle und Haltungen ans Tageslicht, die auf das Medium Geld projiziert wurden. Geld, das sind die Projektionen, die wir ihm zuschreiben.

Heute ende ich mit zwei Fragen an dich:

Was ist Geld für dich?
Was denkst du über Geld?

4 Idee über “Girls just wanna have… FUNDS?! Part 1

  1. Christoph Kratky sagt:

    Geld ist für mich eine energetische Möglichkeit meinen Handlungsspielraum zu erhöhen, und meinen persönlichen Werten (u.a. Freiheit, Helfen, Gerechtigkeit, nachhaltige Qualität) realen Ausdruck und Impact verleihen zu können.

  2. Petra List-Radaschütz sagt:

    Liebe Stefanie,
    herzlichen Dank für deinen so wertvollen Beitrag! Auch mir liegt dieses Thema sehr am Herzen, beobachte ich doch immer wieder diese Grundhaltung: das Geld, das ich verdiene wird als gegeben hingenommen. Über eine Möglichkeit, einen Teil des Einkommens auch noch zu vermehren, wird leider selten gesprochen. Ich nehme mich selbst hier nicht aus, habe ich doch festgestellt, dass es ein ganzes Stück Arbeit bedeutet, erst mal die richtigen und wichtigen Informationen zusammenzutragen, um eine Entscheidung treffen zu können.
    Ich freue mich sehr zu diesem Thema dazuzulernen, nicht nur für mich, sondern auch um meinen Töchtern ein Vorbild in finazieller Selbstbestimmung zu sein.
    Herzliche Grüsse,
    Petra

  3. Franz sagt:

    Toller Beitrag, wirklich! Lisa Kravitz hat sich in ihrem Podcast „Investorella“ übrigens das idente Ziel gesetzt, nämlich Frauen dazu zu bewegen sich näher mit dem Thema Geld respektive Alternativanlagen zu beschäftigen. Ich habe sie jedoch vor einigen Wochen beim „Frühstück bei mir“ auf Ö3 erschreckend schlecht gefunden…
    Grundsätzlich geht meiner Meinung nach landläufig der Irrglaube um, dass Aktien etwas extrem hochspekulatives sind- was in der Regel aber absolut nicht der Fall ist (abgesehen von Bitcoin, Gamestop und Co.)!! Man sollte aber auch nicht glauben, dass man davon reich wird bzw. ist es meiner Ansicht nach nicht die richtige Motivation weil man ansonsten gierig wird. Aber es ist auf alle Fälle eine Form um sein Vermögen zu vermehren oder dass es zumindest nicht durch Inflation vermindert wird.
    LG Franz

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