Verändere dich! Nicht.

Selbstoptimierung ist in.

Insbesondere in der „Generation der gestressten Smartphone-Großstädter, die jeden Moment des Leerlaufs nutzen wollen, um sich ein paar Minuten zu verbessern“, wie die ZEIT Online sie unlängst portraitierte. Selbsthilfe-Podcasts und -Onlinekurse erleben einen Boom. Ratgeberliteratur verkauft sich seit Jahren blendend und ist die verlässliche Cash-Cow in den Verlagshäusern.

Die Autoren, Trainer und Coaches versprechen in ihren Bestsellern vollkommene Zufriedenheit, absolutes Glück und ultimativen Erfolg.

Wir laufen Gefahr, uns mit den Träumen und Idealen anderer zu identifizieren, ohne uns zu fragen, ob die Erfüllung tatsächlich auch das Richtige für uns ist. Das Verlangen und die Sehnsucht nach eben diesem rundum glücklichen, erfolgreichen und zufriedenen Leben, das die AutorInnen entwerfen (und selbst führen?), sind oft größer, als die ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst.

Ein glückliches Leben verläuft (nicht) nach Plan

Während der eine Ratgeber unser „Leben in 66 Tagen für immer nachhaltig verändert“, katapultiert uns der andere bereits „in 30 Tagen auf das (über)nächste Level“. Dabei lernen wir täglich etwas Neues: wie wir all unsere „Ziele erreichen“, „To-Do Listen für den ultimativ-produktiven Tagesablauf“ schreiben, unsere „Körperhaltung optimieren“ oder „Glaubenssätze auflösen“. In nur fünf Schritten und einem Tag schaffen wir es zum „maximalen Selbstwertgefühl“ und stellen ganz nebenbei auch unsere Ernährung um.

Und doch scheitern immer mehr mit ihren permanenten Änderungsprogrammen an sich selbst.

Es sei der „Stress, den wir uns selbst machen” und die “Tyrannei der Selbstoptimierung”, die die Zahl jener KlientInnen, die sich – Nahe dem Burn-Out – nach einer Auszeit sehnen, hat rapide ansteigen lassen, erzählt mir der Wiener Neuropsychologe Hannes Beran. Diese Beobachtung teilt Wolfgang Lalouschek, u.a. Vorstand der Fakultät für Psychosomatik der Sigmund Freud Privatuniversität Wien: „Die ständige Selbstoptimierung und die eigene Nabelschau bringen uns selbst und dem Sinn des Lebens kaum näher. Oftmals bewirken sie den gegenteiligen Effekt und entfernen uns von uns selbst.“

Warum das so ist? „Im Verändern liegt etwas Aggressives. Ich bin nicht gut. Ich muss ein anderer werden. Ich lehne mich selbst ab. Und wenn ich mich ablehne, bleibt das, was ich an mir ablehne, an mir hängen. Es ändert sich nichts. Und ich bin enttäuscht, dass all mein Bemühen ins Leere geht“, erklärt der deutscher Benediktinermönch und Führungskräfte-Trainer Anselm Grün in seiner gewohnt ruhigen, sanften Art.

Mut zum Selbst-Sein

Unser Glück finden wir nicht, wenn wir anderen nacheifern und versuchen, die bessere Kopie von ihnen zu werden.

Das wusste auch Apple Gründer Steve Jobs: “Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma – which is living with the results of other people’s thinking.“ Das Versäumnis, den Mut aufgebracht zu haben, individuelle Wege zu gehen, auf die eigene innere Stimme zu hören, sich selbst treu zu bleiben und das Leben in vollen Zügen zu genießen – nichts bereuen Menschen am Ende ihres Lebens häufiger und mehr. Dies beschreibt Bronnie Ware in ihrem internationalen Bestseller „The top five regrets of the dying“. (In Deutsch erschienen unter dem Titel „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“)

Schreib deine eigene Erfolgsgeschichte

Be the best version of yourself…

Die (un)bequeme Wahrheit: Dafür gibt es keine Schritt-für-Schritt Anleitung. Die „Gebrauchsanleitung“ für dich und dein Leben, kannst nur du selbst schreiben!

Jede und jeder ist anders (zum Glück!). Das anzuerkennen, ist wichtig. Die gute Nachricht: Alles, wonach du suchst und strebst, ist in dir. Anselm Grün spricht dabei von „Verwandlung“, was wesentlich sanfter und menschenfreundlicher ist. „Das Ziel der Verwandlung ist es, immer mehr ich selber zu werden.“  Dies ist ein höchst persönlicher, individueller und zutiefst menschlicher Prozess. Ein Weg, der nicht vollends planbar ist und selten linear verläuft.

Wenn es dich unterstützt, dass du um 5 Uhr früh aufstehst – tu es. Wenn es dich unterstützt, wenn du mehr Sport machst und du dafür einen konkreten Plan benötigst – wunderbar, erstell‘ ihn dir. Oder gönne dir eine BegleiterIn. Jemanden, der greifbar ist und auf dich, deine Bedürfnisse und dein Tempo eingeht. Gerade das Maßschneidern ist und bleibt spannend und führt zu den Ergebnissen, die dann auch individuell passen“, fügt Neurologe Lalouschek hinzu.

Gesund, glücklich und erfolgreich sind und bleiben wir, wenn wir unsere ganz persönlichen Erfolgsgeschichten schreiben. Die sind immer authentisch, echt und ehrlich – beruflich wie privat. Sie fühlen sich herr- & fraulich befreiend an und schenken uns nachweislich dauerhafte Zufriedenheit.
Gerne begleite ich auch dich dabei! 

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